Landwirtschaft in Deutschland

An wenige andere Berufsgruppen stellt die Gesellschaft so hohe Ansprüche wie an die der Landwirte: Etwa 610.000 Menschen in Deutschland stellen die Versorgung der Verbraucher mit Lebensmitteln sicher. Immer häufiger müssen sie sich nach Feierabend für ihre Arbeit rechtfertigen – trotz ohnehin schon überdurchschnittlich langer Arbeitstage. Zahlen, Daten und Fakten zur Landwirtschaft in Deutschland.

Über 80 Prozent der Fläche Deutschlands werden land-, forstwirtschaftlich oder für die Fischerei genutzt. Etwa 610.000 Menschen sind in diesen Bereichen unmittelbar beschäftigt. Sie produzieren Nahrungs- und Futtermittel, Energieträger, Rohstoffe und viele andere Erzeugnisse.

 

Hartes Brot – der Arbeitsalltag eines Landwirts

Im Durchschnitt leistet jeder Beschäftigte in der Landwirtschaft in Deutschland über 25 Prozent mehr Arbeitsstunden pro Jahr als der durchschnittliche deutsche Erwerbstätige. Unter den selbstständigen Landwirten ist die Arbeitsleistung mit fast 44 Stunden pro Arbeitswoche sogar noch signifikant höher. Und knapp die Hälfte der Erwerbstätigen in der deutschen Landwirtschaft sind eigenständige Unternehmer.

Zahlreiche Innovationen und moderne Technologien haben es den Landwirten in den vergangenen Jahrzehnten ermöglicht, ihren Arbeitsalltag effizienter zu gestalten. Dennoch haben sie in ihrer täglichen Arbeit mit Besonderheiten zu tun, die ganz spezielle Sorgfalt, Wissen, Können und Verantwortungsbewusstsein erfordern und nicht immer planbar sind. Bei der Nutztierhaltung kommt der sorgsame Umgang mit den Tieren hinzu.

Die gesetzgeberischen Anforderungen an Landwirte steigen immer weiter – und damit der Zeitaufwand für Verwaltung, Dokumentation und Management. Zugleich sorgen verschiedene regulatorische Entscheidungen auf deutscher und europäischer Ebene für einen wachsenden Preisdruck. Nicht zuletzt erwartet die Gesellschaft in immer stärkerem Maße eine nachhaltige Landwirtschaft – und einzelne Interessengruppen gehen Landwirte mitunter hart an, wobei häufig einseitige und zum Teil schlicht falsche Informationen öffentlich gestreut werden.

Gesellschaftlich angesehener Beruf

Landwirte gehen also keiner durchschnittlichen Erwerbstätigkeit nach. Es spricht für ein hohes Berufsethos, dass sie dennoch für eine ausreichende Versorgung der Verbraucher mit hochwertigen und gesunden Lebensmitteln sorgen – in Deutschland aktuell auf 266.700 Betrieben. Viele dieser Betriebe sind seit Generationen in Familienhand. Dabei ist es ein ureigenes Anliegen von Landwirten, mit dem eigenen Boden als Existenzgrundlage nachhaltig und schonend umzugehen, im Einklang mit der Natur zu wirtschaften, die Artenvielfalt zu erhalten und sich dem Wohl von Mensch und Tier verpflichtet zu fühlen.

Übrigens: Die Zahl der Menschen, die ein Landwirt mit seiner Arbeit ernährt, ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten stetig gestiegen – während es gleichzeitig insgesamt immer weniger Landwirte gibt.

Trotz immer lauter werdender Kritik würdigt der Großteil der Bundesbürger die Arbeit der Landwirte: Für fast jeden zweiten Bundesbürger (47 Prozent) zählt der Landwirtsberuf nach einer Emnid-Untersuchung zu denjenigen Berufen, die „auch in Zukunft für die Gesellschaft besonders wichtig“ sind. Rund 79 Prozent haben ein positives Bild von Bäuerinnen und Bauern. Deutlich geringer fällt hingegen die Zustimmung zur „modernen Landwirtschaft“ aus, die von 61 Prozent der Befragten positiv bewertet wird. Gleichzeitig haben viele Bundesbürger keine oder nur geringe Kenntnis über moderne Landwirtschaft in Deutschland. Damit erweitert sich das ohnehin schon sehr umfassende Arbeitsspektrum der Landwirte um einen weiteren Bereich: Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation und Verbraucherinformation.

Detaillierte Information rund um die Landwirtschaft in Deutschland bietet der Deutsche Bauernverband (DBV) in seinem jährlichen Situationsbericht.

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