Die Bausteine des Pflanzenschutzes

Erfolgreicher Pflanzenschutz ist immer eine Kombination unterschiedlicher Maßnahmen und Methoden, die – aufeinander abgestimmt – ein optimales Ergebnis erzielen.

Landwirte kombinieren acker- und pflanzenbauliche Maßnahmen mit mechanisch-physikalischen, biologischen, biotechnischen und chemischen Verfahren. Auch die Auswahl der richtigen Pflanzensorten, die durch Züchtung stetig weiterentwickelt und verbessert werden, gehört zum ganzheitlichen Pflanzenschutz. Das Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Bausteine des Pflanzenschutzes führt zum Erfolg: einer sicheren Ernte gesunder Erträge. Im Folgenden ist jeder Baustein des ganzheitlichen Pflanzenschutzes einzeln erklärt.

Unter Pflanzenschutz fällt alles, was Landwirte tun, um ihre Pflanzen vor Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern zu schützen, damit sie sich gesund entwickeln und bis zur Ernte sicher heranwachsen können. Einer der Bausteine des ganzheitlichen Pflanzenschutzes ist die Züchtung und die Auswahl neuer und optimal an die Anbaubedingungen angepasster Sorten.

Pflanzenschutz beginnt schon lange bevor auf dem Feld, Acker oder im Gemüsebeet etwas ausgesät wird oder gar wächst – und zwar im Labor. Pflanzenzüchter arbeiten stetig an der Entwicklung neuer Sorten. In aufwändigen und langwierigen Prozessen werden Sorten gezüchtet, die beispielsweise mehr Ertrag bringen oder bestimmte Resistenzen in sich tragen und dementsprechend widerstandsfähig gegenüber Pilz- oder Viruskrankheiten sind. Außerdem können Züchter neue Sorten so anlegen, dass sie besser mit klimatischen Stressfaktoren wie Trockenheit, Hitze oder Nässe sowie mit besonderen Bodenbedingungen zurechtkommen. Das ist gerade in Zeiten des Klimawandels extrem wichtig, damit Landwirte, trotz problematischer Wetterbedingungen, durch die Auswahl angepasster Sorten genug ernten können.

Die Pflanzenzüchtung ist ein komplexer und aufwändiger Prozess: Von der ersten Kreuzung bis zur eingetragenen Sorte vergehen meist zehn bis 15 Jahre. Für Landwirte bedeutet Pflanzenschutz eben auch: noch vor der Aussaat die Züchtungsergebnisse berücksichtigen und die Sorten wählen, die optimal an die jeweiligen Anbaubedingungen angepasst und die über Resistenzen schon vor bestimmten Krankheiten geschützt sind.

Unter Pflanzenschutz fällt alles, was Landwirte tun, um ihre Pflanzen vor Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern zu schützen, damit sie sich gesund entwickeln und bis zur Ernte sicher heranwachsen können. Einer der Bausteine des ganzheitlichen Pflanzenschutzes sind acker- und pflanzenbauliche Maßnahmen.

Für jede Pflanzenschutz-Maßnahme gibt es den richtigen Zeitpunkt. Noch bevor es überhaupt zur Aussaat kommt, beginnt der Pflanzenschutz in Form von acker- und pflanzenbaulichen Methoden. Diese wählt der Landwirt, um von Anfang an bestmögliche Bedingungen für seine Bestände zu schaffen. Wie genau das funktioniert, erklärt unser Baustein-Clip.

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Die Auswahl des besten Pflanzzeitpunkts, die Düngung und die dem Standort und der Pflanzensorte angepasste Bodenbearbeitung – all das ist Pflanzenschutz, weil der Landwirt dafür sorgt, dass die Bedingungen für ein gesundes Pflanzenwachstum stimmen.

Beim Baustein des ackerbaulichen Pflanzenschutzes handelt es sich um vorbeugende Maßnahmen: Die Standorte werden bezüglich Boden und Klima so gewählt, dass die Pflanzenarten entsprechend ihren Ansprüchen optimal wachsen können. Durch eine standortangepasste, schonende Bodenbearbeitung kann die Ausbreitung bestimmter Unkräuter und Ungräser vermindert und die Ertragsfähigkeit erhalten werden. Die Beachtung der Fruchtfolge und der Anbau von Zwischenfrüchten fördert die Bodenfruchtbarkeit und das Pflanzenwachstum, die Gefahr der Massenvermehrung von Schadorganismen wird minimiert. Auch die Wahl der richtigen Sorte und der optimalen Aussaatbedingungen gehören zum acker- und pflanzenbaulichen Pflanzenschutz.

Unter Pflanzenschutz fällt alles, was Landwirte tun, um ihre Pflanzen vor Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern zu schützen, damit sie sich gesund entwickeln und bis zur Ernte sicher heranwachsen können. Einer der Bausteine des ganzheitlichen Pflanzenschutzes ist der mechanische Pflanzenschutz.

Nach der Ernte und vor der nächsten Aussaat betreiben Landwirte Pflanzenschutz, indem sie ihre Böden mechanisch-physikalisch bearbeiten. Durch den Einsatz von Egge, Grubber oder Pflug wird der Boden gelockert und durchlüftet. Eventuell auf der Ackerfläche sprießende Unkräuter werden untergearbeitet. Zusätzlich wird durch die Bodenbewegung die Humusbildung und somit die Bodenqualität gefördert. Anschließend ist die Ackerfläche optimal vorbereitet für die Aussaat der Nutzpflanzen.

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Mechanische Maßnahmen bieten sich besonders bei der Unkrautbekämpfung an. Ein Zerkleinern der Erntereste fördert deren Abbau und führt zum Abtöten von Schädlingen. Die Bearbeitung und Pflege des Feldrands kann das Eindringen schwer bekämpfbarer Unkräuter und Ungräser in das Feldinnere sowie die Ausbreitung von Krankheiten verhindern.

Der Baustein des mechanisch-physikalischen Pflanzenschutzes spielt besonders für die Bio-Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Um das Wachstum von Unkräutern und Ungräsern einzudämmen, dürfen sie auf viele chemisch-synthetische Mittel, die ihre konventionellen Kollegen nutzen können, nicht zurückgreifen. Daher setzen sie besonders häufig auf das Striegeln der Böden. Der Striegel wird unter anderem in Getreide, Mais, Kartoffeln, Raps und Erbsen eingesetzt und ist neben dem Pflug auf vielen Ökobetrieben oft das alleinige Unkrautregulierungsgerät.

Unter Pflanzenschutz fällt alles, was Landwirte tun, um ihre Pflanzen vor Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern zu schützen, damit sie sich gesund entwickeln und bis zur Ernte sicher heranwachsen können. Einer der Bausteine des ganzheitlichen Pflanzenschutzes ist der biotechnische Pflanzenschutz.

Maßnahmen des biotechnischen Pflanzenschutzes orientieren sich an der Natur, um Schädlinge zu bekämpfen und sie von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen fernzuhalten. Dazu gehören vor allem synthetisch hergestellte Sexuallockstoffe, die Pheromone. Sie locken schädliche Insekten in Fallen oder verhindern die Paarung, indem sie die Männchen verwirren. Das funktioniert zum Beispiel im Weinbau gut, um den Traubenwickler vom Befall der Reben abzuhalten.

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Neben dem Einsatz von Pheromonen gehören zum biotechnischen Pflanzenschutz aber auch andere Bekämpfungsmaßnahmen. Sie machen sich bestimmte Eigenarten der betreffenden Lebewesen zunutze, um diese zu fangen. Dies kann zum Beispiel eine Vorliebe für bestimmte Farben sein oder das Aufsuchen bestimmter Verstecke. Sägewespen fliegen auf weiße Leimfallen, gelbe Leimfallen helfen gegen Weiße Fliege und Kirschfruchtfliegen, blaue Leimtafeln locken Thripse an.

Der biotechnische Pflanzenschutz ist – ebenso wie der biologische Pflanzenschutz  – in der Regel besonders gut umweltverträglich. Zudem können teilweise Insektizide und damit kostenintensive Betriebsstoffe eingespart werden.

Unter Pflanzenschutz fällt alles, was Landwirte tun, um ihre Pflanzen vor Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern zu schützen, damit sie sich gesund entwickeln und bis zur Ernte sicher heranwachsen können. Einer der Bausteine des ganzheitlichen Pflanzenschutzes ist der biologische Pflanzenschutz. Denn selbstverständlich spielt auch im Bio-Anbau Pflanzenschutz eine Rolle. Aber nicht nur ökologisch wirtschaftende Landwirte, sondern auch deren konventionell arbeitenden Kollegen nutzen den biologischen Pflanzenschutz.

In der biologischen Bekämpfung sollen die natürlichen Gegenspieler den Pflanzenschädlingen Paroli bieten. Gegen den Maiszünsler werden zum Beispiel Schlupfwespen (Trichogramma) eingesetzt, die die Eier des gefährlichen Schädlings zerstören und so seine Ausbreitung eindämmen. Ein weiterer bekannter Nützling ist der Marienkäfer, der Blattläuse frisst. Beim biologischen Pflanzenschutz setzen Landwirte also natürliche Feinde gegen Schädlinge ein und nutzen deren natürliches Verhalten für Pflanzenschutzzwecke.

Zum biologischen Pflanzenschutz gehört einerseits die Förderung von natürlich vorkommenden Nützlingen im Freiland. Andererseits ist es aber auch möglich, Nutzorganismen wie Gallmücken, Raubmilben, Nematoden (Fadenwürmer) oder „gute“ Pilze im Handel zu kaufen und ganz gezielt, je nach Befall der Pflanzen oder zur Prävention, in der eigenen Kultur auszubringen.

Unter Pflanzenschutz fällt alles, was Landwirte tun, um ihre Pflanzen vor Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern zu schützen, damit sie sich gesund entwickeln und bis zur Ernte sicher heranwachsen können. Einer der Bausteine des ganzheitlichen Pflanzenschutzes ist der chemische Pflanzenschutz.

„So viel wie nötig, so wenig wie möglich“: Nach diesem Prinzip setzen Landwirte chemischen Pflanzenschutz ein. Und das nur, wenn die sogenannte Schadschwelle überschritten ist, andere Pflanzenschutzmaßnahmen nicht greifen und ohne Behandlung erhebliche Ertragsverluste drohen. Im Bausteinclip erklärt Landwirt Mathias Dirmeier am Beispiel der Kultur Mais, wie, wann und warum er chemischen Pflanzenschutz einsetzt.

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Im chemischen Pflanzenschutz werden Insektizide gegen Schädlinge eingesetzt, Herbizide gegen Unkräuter und Fungizide gegen Pilzkrankheiten. Moderne chemische Pflanzenschutzmittel wirken „selektiv“, also maßgeschneidert auf einen bestimmten Schaderreger – und das schon in geringsten Dosen. Andere Arten und vor allem Nützlinge werden bei sachgerechter Anwendung nicht beeinträchtigt.

Im ganzheitlichen Pflanzenschutz steht der chemische Pflanzenschutz als einer von mehreren Bausteinen am Ende einer sorgfältigen Entscheidungsabwägung. Erst wenn andere vorbeugende Maßnahmen keinen Erfolg zeigen und die festgelegte Schadschwelle überschritten ist, greifen Landwirte auf den chemischen Pflanzenschutz zurück. Hierbei beachten sie strenge Regeln und Vorschriften und handeln verantwortungsvoll und sachkundig. Nur indem sie regelmäßig ihr Pflanzenschutzwissen in Fortbildungen auffrischen, behalten sie ihren Sachkundenachweis, der eine Art „Führerschein“ für die Arbeit mit chemischem Pflanzenschutz ist.